Offener Brief an die Redaktion der Zeitschrift CHARISMA – und die Antwort der Redaktion

14. Juli 2025 · Hartwig Henkel

Lieber Michael Riedel!

Ich schreibe Ihnen und dem gesamten Redaktionsteam von CHARISMA aus großer Besorgnis. In der aktuellen Ausgabe Nr. 213 findet sich der Nachruf auf Papst Franziskus von Martin Bühlmann. In diesem Artikel wird der Papst als Freund Gottes und als Glaubensvorbild genannt. Solche Aussagen sind für jeden Gläubigen, der sich der Wahrheit des ewigen Wortes Gottes verpflichtet weiß, unerträglich, schmerzhaft und skandalös. Hier meine Begründung:

Wenn das Wort Gottes als oberster Maßstab für alle Glaubensfragen gilt, ergeben sich für mich folgende Gesichtspunkte:

Jesus sagt: Ihr seid meine Freunde, wenn ihr alles tut, was ich gebiete (Joh 15,14). Der christliche Glaube drückt sich aus durch Gehorsam gegenüber der Wahrheit, dem Wort Gottes (Siehe Joh 17,17 / Gal 3,1 / Gal 5,8 / 1. Tim 1,3 / 2.Tim 4,2-4).

Jesus hat unter anderem geboten, das Evangelium in der ganzen Welt zu verkündigen. Und die Botschaft des Evangeliums ist nichts Schwammiges, sondern klar und eindeutig definiert durch die Schrift. Das Evangelium Gottes ist Sein einziges Mittel, um Menschen ihre Verlorenheit und den Weg zur Rettung zu zeigen. Deshalb warnt Er mit drastischen Worten vor einer Verfälschung Seiner Botschaft. Paulus warnt mit deutlichen Worten, wer ein anderes Evangelium verkündigt, verwirrt die Gläubigen und steht deshalb unter dem Fluch Gottes (Gal 1,6-9).

Jesus sagt, wenn wir Sein Wort bewahren, verleugnen wir Ihn nicht (Offb 3,8). Also verleugnen wir Ihn, wenn wir Sein Wort nicht bewahren.

Stimmen Sie bis hierhin mit mir überein? Oder lese ich da etwas ins Wort Gottes hinein, was da gar nicht geschrieben steht? Das ist keine rhetorische Frage und ich hätte gerne eine Antwort darauf.

Nachweislich verkündete Papst Franziskus NICHT das Evangelium. 2024 sagte er in Singapur auf einer großen interreligiösen Konferenz, alle Religionen seien Wege, um Gott zu erreichen und alle Menschen seien Kinder Gottes. Das hatte er auch zuvor schon in seinem Gebetsvideo im Jahr 2016 behauptet.

Solche Aussagen betreffen kein Randthema, über das man vielleicht verschiedener Meinung sein könnte, sondern das Zentrum des christlichen Glaubens: Was ist ein Christ und wie wird man Kind Gottes?

Franziskus war das Oberhaupt einer Kirche, die das Evangelium seit vielen Jahrhunderten verdreht und verfälscht und damit viele Menschen in die Irre führt. Obendrein hat die Kirche viele Male die bibeltreuen Gläubigen blutig verfolgt. Wer die Lehren der Bibel kennt und sie mit der Lehre der katholischen Kirche vergleicht, merkt sehr schnell, dass sie unmöglich zusammenpassen. Der Katechismus der katholischen Kirche ist das offizielle Dokument, welches den katholischen Glauben verbindlich beschreibt. Er enthält viele Aussagen über den angeblichen Willen Gottes, die Gott selbst in Seinem Wort auf das Schärfste verurteilt. (Da dies zum christlichen Allgemeinwissen gehört, erspare ich mir hier detaillierte Belege.)

Wer für diese falschen und Glauben zerstörenden Ideen steht, ist kein Freund Gottes, sondern ein Feind Gottes. Und den ehren und feiern Sie mit diesem Artikel!

Gemäß Ihrer Website sieht die Zeitschrift CHARISMA ihren Auftrag darin, Menschen zu helfen, Gott kennenzulernen und geistliche Reife zu fördern. Geistliche Reife bedeutet auch, die Wahrheiten des Wortes Gottes so klar zu erkennen, dass man bei geistlichen Botschaften Original und Fälschung unterscheiden kann (Eph 4,11-14). Aber indem Sie solche Texte wie den Nachruf von Martin Bühlmann kommentarlos und kritiklos wiedergeben, vermitteln Sie den Eindruck, mit dem Inhalt übereinzustimmen. So verraten Sie Ihren Auftrag und machen sich mitschuldig an der Verwirrung und Verführung der Gläubigen.

Wenn Sie das ganze Spektrum der charismatischen Szene abdecken wollen, warum kommen dann nicht kritische und warnende Stimmen bezüglich Ökumene in Ihrer Zeitschrift zu Wort, wie zum Beispiel Derek Prince, David Pawson, John Bevere oder Rick Renner? Diese über Jahrzehnte bewährten Bibellehrer haben mit deutlichen Worten vor der Verführung in der Endzeit durch falsche Lehre gewarnt. Solange solche Stimmen nicht bei Ihnen zu finden sind, wäre es wohl ehrlicher, zu sagen, dass Sie mit Ihrer Zeitschrift die ökumenische Bewegung fördern wollen und nicht die Reife der Gläubigen.

Bitte bedenken Sie, was Sie da tun und prüfen Sie meine Kritik am Wort Gottes. Und halten Sie sich vor Augen, dass wir alle einmal Rechenschaft geben müssen vor dem, der die Wahrheit ist.

Da der Artikel von Martin Bühlmann öffentlich ist, erlaube ich mir ebenfalls, diesen Brief öffentlich zu machen.

Mit äußerst besorgten Grüßen
Hartwig Henkel


Hier die Antwort von CHARISMA, die ich mit ausdrücklicher Erlaubnis der Redaktion veröffentliche:

„Wir haben deine Einwände im Redaktionsteam diskutiert und sind – kurz gefasst – zu folgendem Schluss gekommen:

Du siehst die katholische Kirche und Papst Franziskus als deren ehemaligen Vertreter mit theologisch scharfsinnig sezierendem Blick. Und dabei sprichst du völlig richtige Punkte an. Martin Bühlmann sah den Menschen Franziskus, dem er persönlich begegnete. Es ist ein Artikel von Herz zu Herz. Das hat er zum Ausdruck gebracht. Es sind zwei sehr verschiedene Ebenen.

Herzlichen Gruß
vom Charisma-Redaktionsteam
Michael Riedel